Der Hetzer des Tages ist Wolfgang Franz (”Wirtschaftsweiser?”):
„Jeder Hilfebedürftige kann den ungekürzten Regelsatz bekommen, aber er muss dafür arbeiten. Vorzugsweise auf dem ersten Arbeitsmarkt.“
Eine gute Idee. Da kann man die “Ein-Euro-Jobs” abschaffen. Der Arbeitsdienst lässt grüßen. Hatten wir das nicht schonmal? Egal, nach der verlorenen “Exportweltmeisterschaft” und zwei verlorenen “Fußballweltmeisterschaften”, braucht das “Deutsche Volk” wieder einen “Strang” an dem es ziehen kann.
Begleitend zum wiederaufkommenden Nadelstreifen-Faschismus a la Franz, wird mit der “Milliardärsspendendebatte” das RTL-Verbödete Volk hinters Licht geführt. Man muss sich nur einmal vor Augen führen das z.B. Konzerne wie Bertelsmann und Lidl “Stiftungen” gegründet haben um in den Genuss von Steuererleichterungen zu kommen. Das funktioniert nach dem Motto, lieber 5 Euro “stiften” und dafür als “Wohltäter” gefeiert zu werden, als 10 Euro Steuern zu zahlen.
Die Steuerreformen der letzen 10 Jahre inkl. der Abschaffung von Vermögenssteuern und mehrfacher Absenkung des Spitzensteuersatzes, der Abschaffung der Heuschreckensteuer und die Absenkung der Zinssteuer auf 25% sowie die defacto-Abschaffung der Erbschaftssteuer haben ein Großteil der Bevölkerung in die Armut und eine kleine Elite in den Reichtum geführt.
Da gibt es gar nichts zu jammern, der Kapitalismus funktioniert eben so und er scheint von allen gewollt zu sein. Das die Staatsform “Parlamentarische Demokratie” wie eine Monstranz im Land herumgetragen wird, beruhigt die Bevölkerung ungemein. Der Kampf um die öffentliche Meinung ist ein Teil dieser Demokratie. Doch leider wird vergessen das dieser Kampf ein Kampf mit ungleichen Waffen ist, denn die Organe der öffentlichen Meinung gehören eben jener kleinen Elite.
Das die einzige wirkungs- und machtvollste Waffe über die der so genannte “Kleine Mann” verfügt, die Solidarität, stumpf bleibt, dafür sorgen unsere Hetzer zuverlässig und wirkungsvoll.
Die schon augenfällige Unausgewogenheit des Personentableaus der gestrigen “Anne Will” Sendung belegt dies deutlich. Die Scheindiskussion die dort geführt wurde erinnerte mich an die Jahre kurz vor dem SPD-Verrat an ihrer Klientel und deren Hinwendung zur Finanzindustrie.
- “Faule Arbeitslose”,
- “Leistung muss sich wieder lohnen”,
- “Lohnabstandgebot”,
- “Mehr Netto vom Brutto”,
- “Steuern runter”,
- “Gürtel enger schnallen” usw. usf.
Das hatten wir alles schon. Vergessen ist dabei das uns dieser Ungeist in die größte Krise seit dem “Schwarzen Freitag” geführt hat.
Egal, denn einzig das Ergebnis zählt:
Die Reichen sind reicher geworden und die Armen ärmer.
Ein Sieg der Demokratie? Wohl eher nicht.
Hier ein Artikel von “feynsinn” zum Thema “Mehr Demokratie wagen“.