Aufregung über stagnierende Nettolöhne - Schweigen zu sinkenden Nettoeinkommen von Familien
Gestern meldete BILD, daß die Nettorealleinkommen den Stand des Jahres 1986 erreicht haben (HPL). Prompt setzte landesweit die Debatte darüber ein, wie hier gegengesteuert werden könnte. Tatsächlich ist die fortschreitende Polarisierung zwischen Unternehmens- und Vermögenseinkommen einerseits und Einkommen aus Erwerbstätigkeit andererseits (HPL) ein Faktor, der die Stabilität der Gesamtgesellschaft schon heute sichtbar untergräbt.
Nicht weniger besorgniserregend ist jedoch die fortschreitende Polarisierung der Einkommenslage zwischen Haushalten mit und ohne Kinder. Anders als bei den durchschnittlichen Nettorealeinkommen ist hier keine Stagnation, sondern seit der Jahrtausendwende sogar ein relativer Rückgang des verfügbaren Einkommens der Familienhaushalte zu verzeichnen. So
- hat das Statistische Landesamt Baden-Württemberg trotz zahlloser familienpolitischer Aktionen (z.B. Kindergelderhöhungen, Einführung des Erziehungsgeldes u.a.) zwischen 1982 und 2000 keinerlei effektive wirtschaftliche Besserstellung - der massiv benachteiligten - Familien gegenüber Haushalten ohne Kinder feststellen können (HBF 2002*)
- ist mit der “großen” rot-grünen Steuerreform 2000-2005 selbst nach Einschätzung von Ex-Bundesfamilienministerin Renate Schmidt - trotz gleichzeitiger Kinderfreibetrags- bzw. Kindergelderhöhung - der Einkommensnachteil für Familien sogar noch vergrößert worden (HBF 2003 und 2004)
- hat die schwarz-rote Koalition diese “Tradition” dann mit ihrem milliardenschweren Spar- und Mehrbelastungspaket vom Januar letzten Jahres “erfolgreich” fortgesetzt (HBF 2006) - was die FPD-Bundestagsfraktion erst kürzlich angeprangert hat (HBF 10.09.07)
- ……
Bezeichnenderweise ist angesichts dieser Entwicklung bei den Familien keinerlei öffentliche oder politische Erregung zu registrieren, die für Schlagzeilen gesorgt hätte.
Quelle: Heidelberger Büro für Familienfragen und Soziale Sicherheit
(Anm. MM) Nun, wen wunderts. Wenn über Jahre hinweg von den “Schlagzeilen-Machern” der “überbordende Sozialstaat” propagiert, der hessische “Wähler-Belüger” Roland Koch
8. Februar 2000: Ministerpräsident Roland Koch räumt ein, dass er in der Finanzaffäre gelogen hat. Zuflüsse von 1,5 Millionen Mark im Jahr 1998, angeblich ein Darlehen Wittgensteins, stammten in Wirklichkeit von einem weiteren Tarnkonto der Partei. Die hessische CDU hält dennoch weiter zu Koch.
ein “großes Heulen und Zähneknirschen” ankündigte, und den Menschen suggeriert wird es sei alles nur zu ihrem Besten, dann kann die große Koalition der Sozialkahlschläger nun schwerlich eine Umkehr fordern ohne ihr Gesicht zu verlieren. Die gezielte Verarmung eines Großteils der Bevölkerung ist Programm! Ohne dieses Programm sind die Renditen der Kapitaleigner nicht aufrecht zu halten.
Wir Hartz IV-Betroffene und SGB XII-Betroffene sind nur das allerletzte Glied in der Kette des gewollten und von der Politik durchgeführten Verarmungsprogramms welches der Sozialdemokrat Gerhard Schröder so euphemistisch “Agenda 2010″ nannte.
- Steuerreform
- Gesundheitsreform
- Rentenreform
- Arbeitsmarktreform
Vier Reformen - Ein Ziel!