Sozialismus
Ein Beitrag zum Themengebiet Politik, geschrieben am 31. Oktober 2007 von M.MaurerZur Begriffsdebatte, Orlando Pascheit: Anscheinend ist nicht nur die CDU in die Zeit Adenauers zurückgefallen, in der man noch gegen die moskauhörige SPD Wahlkampf machen konnte. Dem Ganzen wird dann noch eine besondere Authentizität verliehen, wenn die ehemalige DDR-Bürgerin, Angela Merkel, meint: “Wir brauchen keine Rückbesinnung auf den Sozialismus wie die Sozialdemokraten. Vom Sozialismus haben wir mit der DDR genug gehabt”. Und der Journalist variiert: “Bleibt die nüchterne Erkenntnis, dass vom Sozialismus vorwiegend der träumt, der ihn nie erlebt hat – und dass die meisten derer, die ihn erlebt haben, mit ihm nichts mehr zu tun haben wollen.” Statt die billige Masche zu entlarven.
Was hat Gerd Appenzeller gegen die Idee des Sozialismus, sie ist älter als die DDR, älter als Stalin, ja älter als Marx. Das ursprüngliche Konzept heißt liberté, égalité, fraternité. Wie im Namen des Christentums sind auch in seinem Namen furchtbare Verbrechen begangen worden. Ist die Idee deshalb falsch? Natürlich meint Appenzeller das Marx’sche Konzept, aber kennt er dieses überhaupt? Im “Kommunistischen Manifest” heißt es, Sozialismus sei “eine Association, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist.” Man beachte die Reihenfolge: Es geht um die Freiheit des Einzelnen.
Der alte Dregger-Slogan „Freiheit statt Sozialismus“ stützt sich, soweit nicht reine Propaganda, auf absolute Unkenntnis nicht nur der Ideegeschichte sondern der realen Historie, der Bedeutung einer sich auf den Sozialismus berufenden Sozialdemokratie seit Bismarck über Hitler bis heute. Welche Freiheit meinen diejenigen, die den Dreggerschen Kampfbegriff aufpolieren wollen? Ich fürchte, er erschöpft sich auf die Idee des freien Marktes, was die “Freiheit unter Brücken zu schlafen” impliziert.
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