Es steht zu befürchten dass im Gefolge der staatlichen Milliardenausgaben zur Bankenrettung auf Kosten des Steuerzahlers und zu Gunsten der Anteilseigner eben dieser Banken, radikale Kürzungen der Sozialausgaben der verängstigten Bevölkerung abverlangt werden. Wie üblich bei der Durchführung solcher “Reformmaßnahmen” werden zunächstmal die Bürgerinnen und Bürger am Ende der sozialen Leiter dran glauben müssen.
Seit Einführung der glorreichen “Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe“ sowieso schon als “Parasiten” und “Schmarotzer” stigmatisiert, fällt es den “Reformern” bei dieser Personengruppe besonders leicht die veröffentliche Meinung hinter die Notwendigkeit von Kürzungen zu bringen. Der Tritt nach unten ist besonders tröstlich für die “Noch-nicht-Betroffenen” weil man zur Unterschicht ja nun doch nicht gehören will. Und da trifft es sich gut jemanden zu haben der auf der sozialen Leiter noch eine Stufe tiefer steht als man selbst.
Es kommt nun noch ein weiteres “Instrument der Förderung” vermehrt zum tragen, da es sich hervorragend eignet über die Kürzungen hinaus noch mehr zu sparen. In der von der Unternehmensberatung Mc Kinsey auf Effizienz und Sparsamkeit getrimmten neuen Armutsverwaltungsbehörde erschliesst sich hier ein weiteres Sparpotential welches von den im internen Wettbewerb stehenden Mitarbeitern gerne angewand wird.
Die Sanktionen
Sperrzeiten und Kürzungen der Regelsätze ab 30 Prozent aufwärts haben sich in den vergangenen Jahren als Maßnahme gegen vermeintlich widerspenstige Arge-”Kunden” durchgesetzt. Zunehmende Arbeitslosigkeit während der Wirtschaftskrise wird gewiss auch in diesem Bereich für häufigere Anwendung sorgen, um die Hartz IV-Unterschicht zur Mitarbeit zu bewegen.
Es ist schon paradox. Da erlassen Arge-Mitarbeiter Sanktionen gegen Bedürftige, weil diese sich angeblich nicht an die Regelungen des SGB II halten. Die gleichen Sachbearbeiter verstoßen in fast jedem zweiten Bescheid gegen geltendes Recht ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden. Die von den ertappten “ARGEn” gerne gebrauchte Lüge von den “bedauerlichen Einzelfällen” werden von den Statistiken der Sozialgerichte widerlegt. Doch wundern werden sich nur diejenigen die da immer noch glauben in einem kapitalistisch verfassten Wirtschaftssystem gäbe es ein “gleiches Recht für alle”.
Das Hartz-IV-Zwangsregime ist ein Angriff auf die Würde des Menschen und somit ein Angriff auf unsere Verfassung. Es kann nur überwunden werden wenn die betroffenen Menschen endlich anfangen sich gemeinsam mit anderen gegen diese Angriffe zu wehren.
Doch dazu gehört Mut.
Mut sein Gesicht öffentlich zu zeigen und zu sagen:
“Schluss damit, ich mache das nicht mehr mit!”
Ich wünsche uns allen mehr Mut.